| Dieses Fastnachtsspiel berichtet von dem alten
Brauch, das erste Veilchen des Frühlings zu suchen.
Die ersten 3 aufgefundenen Veilchen sollen nach
Aussage eine byzanthinischen Hofarztes im 4. Jhd. v. Chr. besondere Heilkraft
haben, wenn man sie ißt, sei man das ganze Jahr vor Krankheit geschützt.
In Anhalt sagte man, wer das 1. Veilchen des Jahres findet, der darf sich
etwas wünschen und es wird in Erfüllung gehen.
Daher rührt wohl auch Brauch am Hof des Babenberger
Herzogs Leopold VI. (1198-1230) in Wien, jedes Jahr im März in den
Donauauen nach den ersten Veilchen zu suchen. Wer es fand, benachrichtigte
sogleich den Herzog, der dann mit seinem ganzen Hofstaat hinauszog, um
das Veilchen als Frühlingsboten feierlich zu begrüßen und
von einer Jungfrau pflücken zu lasen.
In den Dörfern wurde das erste Veilchen auf
eine Stange gesetzt und umtanzt; in den Städten ist derjenige Frühlingsherold
geworden, der mit dem 1. Veilchen auf dem Stock vor dem Tor erschien. Er
wurde feierlich mit einer Fanfare begrüßt und dann bekamen Türmer
und Frühlingsherold einen Ehrentrunk.
Im Neidhart sucht der Dichter das erste Veilchen,
findet es auch und deckt es mit seinem Hut zu. Dann eilt er zur Herzogin,
um ihr die Entdeckung zu melden. Doch als alle feierlich den Hut aufdecken,
da haben die Bauern vom Nachbarsfeld das Veilchen schon gepflückt
und statt dessen einen "Rossapfel" unter den Hut gelegt!
Hier geht`s zum Text der
Veilchensage von Sachs: |