 | | Veilchenarten - V. cornuta - V. odorata - V. reichenbachiana - V. riviniana - V. sororia - V. suavis - V. tricolor weitere Arten Bezugsquellen Botanisches "Falsche Veilchen" Gesellschaften Veilchenduft Veilchengedichte Veilchenliebhaber Veilchenlinks Veilchen - als Heilpflanze - als Liebespflanze - als Modepflanze - im Brauchtum - im Garten - in d. Astrologie - in d. Freizeit - in d. Industrie - in d. Küche - in d. Kunst - in d. Literatur - in d. Musik Sitemap Grusskarten Kontakt Suchen Gartenforum Gartenblog Facebook Persönliches Impressum
Datenschutz
 Home |  |
Veilchen
in der Medizin Aus dem Kräuterbuch des Tabernaemontanus
Teil 1
Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und
Eigenschafft der Veieln
Es schreibt GALENUS LIB.6.DE SIMPL.
Dass die Violen an jhrer Substantz oder COMPLEXION kalt und feucht seyen.
MESUE schetzet sie kalt unnd feucht im ersten Grad. MATTHIOLUS aber wil/
sie seyen kalt im ersten Grad/ unnd feucht im andern/ dieweil sie noch
frisch sind/ (Wann sie aber dürr werden/ külen unnd feuchten
sie weniger.) Und wiewol klar hierauss abzunemmen ist/ dass die Veieln
ein Art haben zu erweichen/ wie solches AEGINETA, FERNELIUS und andere
mehr bezeugen/ jedoch schreibet FALLOPIUSDE TUMORIBUS dass sie ein zurück
treibende Natur haben sollen.
(Die Veieln werden gantz gebraucht/ jedoch die Blumen
zuvorderst/ hernach das Kraut/ unnd dann der Samen. Von den Blumen sol
man die blawen Blätlein brauchen unnd das grüne Säcklein/
darein sie versetzt gewesen/ hinweg rupffen. Dann die vermischten Viol
Artzneyen/ ein grünenden/ ohnlieblichen Geschmack davon gewinnen/
und werden mancherley heylsame Artzney darvon bereytet/ welche doch/ so
viel immer müglichen/ von den frischen/ und die jhren vollkommelichen
Geruch haben/ sollen bereitet werden. Wo aber solches nicht beschehen kan/
sollen sie sein fleissig aussgebreitet/ und am Schatten gedört werden.
Sie sollen auch am morgen in schönem klarem hellem Lufft und Wetter/
nach dem sie vom tauw unnd nächtlicher feuchte durch den neuwen Sonnenschein
etwas gedrücknet/ seynd/ abgebrochen werden.
Jnnerlicher Gebrauch der Veieln
Es haben die Veieln ein gross Lob in der Artzney zu den
jnnerlichen Gebresten dess Menschlichen Leibs/ fürnemlich in hitzigen
grossen Febern unnd andern schwachheiten/ so von grosser Hitze jhren Ursprung
gewinnen/ und in jungen Kindern so wol zu gebrauchen/ als in alten Leuten.
(Als zu den jungen Kindern so etwan mit der Fallendensucht unnd hitzigen
Febern beladen weren/ der mag in mangel dess Zuckers/ die Violen in Wasser
sieden unnd zu trincken geben. Dieses miltert die unrüwige Gallen/
und zertheylet die Gilb. Die Violen gesotten und darvon getruncken/ dessgleichen
auch darvon gerochen/ stillen den hefftigen Schmertzen dess Haupts/ so
von scharpffer Gallen entspringen/ weil sie solche feuchte auss dem Magen
treiben. Sie külen und befeuchten das Haupt mit jhrem lieblichen guten
Geruch/ und fürdern den Schlaff. Aber welche flüssige Häupter
haben/ denen ist solcher Geruch schädlich.) Sie werden auch gantz
nützlich gebrauchet in Brustschwachheiten/ als da seyn schwere Husten/
so von scharpffen unnd gesaltzenen Flüssen dess Haupts herkommen/
die Seitenkranck/ PLEURITIS genannt/ schwerer Athem/ Heysere der Keelen/
und dergleichen mehr/ wie auch die hitz dess Haupts/ dess Magens zu leschen
und zu benemen.
Jn den truckenen und dürren Hüsten/ da man
feuchtens bedarff/ damit der zehe Schleim oder Phlegma/ so sich umb die
Lunge angehenckt/ nicht gar durch die zertheilenden Artzneyen möge
aussgetrucknet werden/ soll man jederzeit die Veieln mit gebrauchen: Als
zu bemeldem Husten/ neme man Violenwurtzel/ Alandtwurtzel jedes zwey loth/
Engelsüss ein loth/ Eysop/ Scabiosen/ Hüflattich jedes i. Handtvoll/
Hasenpappeln ein halbe Handtvoll/ Veielnblumen drey Quintlein/ Aniss und
Fenchel jedes ein halb loth/ acht frische Feigen/ kleine Rosinlein ein
loth/ solche Stück soll man in einer Mass Honigwasser fast zweyer
zwerch Finger breyd einsieden lassen/ darnach den Tranck abseigen/ und
davon Morgens und Abends einen guten Trunck thun.
Da aber grosse Hitz vorhanden were.
Als im anfang der Seitenkränck in Entzündung der Lungen/ so von
scharpffen Flüssen verursacht werden/ soll man inemen gescheelte Gersten
ii.loth/ Frauwen Haar und Hüflattich jedes i.halbe Handvoll/ Veieln
und Borragenblumen jedes ii.Quintlein/ Süssholtz i.halb loth und vi.Quetschken
solche Stück in iii.Röseln Brunnenwasser biss auff i.halb Mass
einsieden lassen/ darnach durchseigen unnd darvon trincken: Und da man
vier oder sechs loth Veielsyrup darzu thut/ wirdt der Tranck desto besser/
leget den Durst und die Schmertzen/ so vom Stechen herrüren.
Also kan man ein Gerstenwasser machen von geschelten
Gersten/ darinn Veieln/ Brustbeerlein/ Scabiosen und Zucker Candi gesotten
sein/ davon jederzeit Morgen und Abends nemmen sechs loth/ darinne vermischen
anderhalb loth Veielsyrup ein halb loth Syrup von Süssholtz und solches
etwas lauw ein trincken/ lindert sehr das hitzige Stechen/ so von cholerischen
scharpffen Flüssen oder dergleichen Versammlung seinen Ursprung hat.
LOBELIUS schreibet der Veielsame treibe den Harn fort/
zerbreche den Stein in der Blasen und habe den Art zu truckenen wie der
Wegrichsame: Ziehet auch die zehe Gall auss mit Gewalt) wiewol RONDEL.CAP.15.METHODI
CURANDI setzet dass der Same ein Art habe zu feuchten und den Leib zu erweichen
unnd offen zu halten. (Der Samen bey ein Quintlein in einer warmen Hennenbrü
genommen/ purgieret.)
Es sagt DIOSCORIDES und auch PLINIUS,
dass die gelbe bützlin/ so inwendig in den Veieln seyn/ mit Wasser
gesotten und getruncken die Halssgeschwer/ Anginas genennt/ heylen sollen:
Dessgleichen auch die Fallendtsucht der Jungenkinder.
(Das gelb in den Blümlein mit
Corall eyngeben den Kindern in einem Rörleinwasser/ ist gut für
das Freisslich.)
Es werden auch beyd Blumen unnd das Kraut von den Veieln
nützlich in Clystiren gebraucht/ wenn hitzige Feber fürhaben/
darvon die EXCREMENTA verbrennt unnd verhalten werden.
(Es kan auch das Kraut wie bey den Alten der brauch gewesen/
zu einem Kuchen gemüss gebraucht werden/ den Leib jnnerlich zu külen/
unnd die Verstopffung dess Leibs zu offenen: Zu diesem gebrauch aber/ soll
der Samen zwirend dess jahrs/ Frühling unnd Herbstzeit in ein faist
Krautbeet Sähen/ darmit die Bletter faister/ milter/ geschlachter
zu der Speiss werden. Zu der Artzney aber sind die beste die/ so im harten
Grund und Schattechten Orten von jhn selbst wachsen. Die Bletter gepulvert
eines Quintleins schwer in einer Hüner oder Erbsenbrüe ein wenig
vor dem essen getruncken/ macht einen feinen linden stulgang.
Ein Tranck von dürren oder grünen Violen Gesotten
und getruncken/ leschet den Durst/ kület alle jnnerliche Hitz/ eröffnet
die Leber/ heylet die Fieber unnd Gelbsucht/ so man ein wenig geläutert
Honigs darzu thut/ miltert die Luftrör oder die Käl/ dienet dem
geschwollenen erhitzigten Zäpfflein und Schlund/ reiniget die Brust/
und lindert den Bauch.)
Eusserlicher Gebrauch der Veieln
Gleich wie die Veieln sehr jnnerlich/ also werden sie
auch eusserlich ohn Schaden gebrauchet. (An die frischen Blumen gerochen/
oder in ein Säcklein eyngenähet unnd auff das Haupt gelegt bringen
den Schlaff.) GAL. Schreibet wie auch AETIUS. Dass die Bletter für
sich allein/ oder mit Gersten maltzen wie ein Pflaster ubergeleget/ seyen
gut wider die unnatürliche Hitz dess Magens/ unnd auch der Augen/
dieselbige zu lindern und zu benemen.
(Die feuchten Violen
zu Muss wol zerstossen und Pflasters weiss auff gelegt/ nimpt die scharpffen
stich dess Haupts auff die Stirn und Schläff gelegt/ kület die
erhitzigte Augen unnd benimmt die röte/ leget nieder alle hitzige
Geschwulst dess Affters und der Geburtglider.
Die Weisse Veieln in Wein oder Wasser
gesotten unnd auffgelegt/ treiben die todte Frücht auss dem Leib/
unnd legen die Geschwulst der Mutter: Auch wenn sich die Weiber von von
unden auff darmit beehen/ bringt es jhnen jhre Zeit.
Die Blumen wie ein Krantz umb das
Haupt geleget/ benemmen die Schwermütigkeit desselbigen/ so von Trunckenheit
entstanden ist.
Es werden auch die Veiolen nützlich
gebraucht in den schwindenden Fiebern HECTICAE genennt/ wann man das Kraut
unnd die Blumen mit andern HERBIS REMOLLIENTIBUS in einer feisten Brühe
kochet/ darinn Tücher netzet und dem Krancken uber die Brust leget.
(Die Blumen oder Bletter zerstossen
unnd Pflasters weiss auffgestrichen unnd ubergeleget/ ist nützlich
zum Anfang dess Brandts legt auch die Geschwulst aller anfahenden Geschwär
und schädlicher Entzündung.)
zum Teil 2
Mit
freundlicher Genehmigung von Herrn Fischbacher
Heilpflanzen -Buchtipps
Gesundheitsshop - Kräuterprodukte und mehr
Diese Veilchenhomepage weiterempfehlen: per E-mail / bookmarken:
zurück an den Anfang Kategorien: Veilchen im Garten | Veilchen in der Literatur, Kunst und Musik | Veilchenverwendung | Sonstiges | Veilchenlinks Besuchen Sie auch:
Zauberpflanzen | Gartenlinksammlung | Welt der Rosen | GartenLiteratur | Gartenblog | Facebook
Bücher- und Geschenktipps für Pflanzenliebhaber Copyright Text und Design 2001-2012: Maria Mail-Brandt | URL: www.gartenveilchen.de/ |  |