Dauthendy,
Max (1867-1918)
Mein Zimmer duftet königlich fein,
Veilchenprinzessinnen zogen ein.
schwärmen und wärmen mit weichblauen Augen,
fächeln und hauchen schmachtende Lächeln,
winken mit feinen, vornehmen Gliedern,
laden mich ein.
Ich neige mich nieder,
ihr Page bin ich,
ihre Lippen sind mein.
Ich schwöre ewige, ewige Liebe,
sie schweigen so süß,
schauen so ernst aus schwerblauen Augen.
Meinen, Sie, Schwüre und Blumen verwelken?
Sie lächeln und weinen,
meine kleine Prinzessen.
Der dichtende Weltenbummler sah in Veilchen ein Stück Heimat:
"Als ich nach viermonatlicher Reise durch Asien im Mai nach Japan kam,
fühlte ich mich...als wäre ich in meiner fränkischen Heimat
angekommen. Die Veilchen an den Wiesenrändern in Nagasaki...alles
erinnerte mich an die Frühlingsfestlichkeiten in Franken, an die heimlichen
Veilchenverstecke dort."
(aus: Sprache der Wildblumen, Ars Edition 1997)
Buchtipp: Hochheimer, Martina Veilchen
träumen schon 72 S. Insel Frankfurt 2003 - Gedichte
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