Goethe,
Johann Wolfgang von (1749-1832)
Das Veilchen:
Ich steh verborgen und gebückt Und mag nicht gerne sprechen,
Doch will ich, weil sichs eben schickt, Mein tiefes Schweigen brechen.
Wenn ich es bin, du guter Mann, Wie schmerzt michs, daß ich hinauf nicht kann
Dir alle Gerüche senden.Der Graf: Das gute Veilchen schätz ich sehr:
Es ist so gar bescheiden Und duftet so schön; doch brauch ich mehr
In meinen herben Leiden. Ich will es euch nur eingestehn;
Auf diesen dürren Felsenhöhn Ists Liebchen nicht zu finden.
Ausschnitt aus: Das Blümlein Wunderschön:
Das Lied des gefangenen Grafen ( vertont von Hugo Wolf)
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