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Veilchengdichte

Dichter, Schriftsteller, Lyriker - Gedichte, Märchen, ZitateMahlmann, Siegfried August (1771-1826)

Der Veilchenkranz

Ich wand mir einst einen Veilchenkranz
Bei Mondenschimmer und Sternenglanz,
Die Drossel sang und die Nachtigall schlug,
Laut klopfte das Herz, das im Busen ich trug.

Ach, dacht' ich, wenn der Morgen graut,
Wird auch mein Kränzchen überthaut;
Dann blühen die Veilchen noch einmal so schön,
Und werden den Tag über Kühlung mir weh'n.

Der Morgen graute, die Lerche schwang
Vom Saatgefilde sich auf und sang.
Die Nachtigall schwieg, es fiel der Thau,
Und schmückte mit Perlen die Blumenau.

Es wogt' und wallte das Flammenmeer
Der Morgenröthe von Osten her.
Ich sah mein Kränzchen vom Strahl umglüht,
Ich sah mein Kränzchen, es war verblüht.

Da freute mich des Morgens Licht,
Mich freute das Lied der Lerche nicht.
Ich weint' und blickte mit trübem Sinn
Auf meine verwelkten Blumen hin.

Ein Lüftchen wehte mir leise zu:
Du armer Jüngling, was weinest du?
Was blickst du auf's Kränzchen mit trübem Sinn?
Was einmal verwelkt, ist auf ewig dahin!

"Auf ewig?" rief ich voll bitterm Schmerz,
Und drückte die Blumen an's bange Herz.
Lebt wohl dann! ihr duftet auf ewig nicht mehr.
Das Kränzchen hieß Hoffnung; drum weint' ich so sehr.

gefunden bei recmusic

Musichits.de

chocri.de

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