Veilchen
als Modepflanze und Veilchenliebhaber(innen) 
Mit
Musik, wenn sie möchten (Mozartlied, Veilchen)
Modepflanze Veilchen
Schon 400 vor Christus war das Veilchen eine Modepflanze der Antike.
Der Kaiser Nero (37 n. Chr. bis 68 n. Chr.) hatte eine ausgesprochene
Schwäche für Gletschereis, gemischt mit edlen Gewürzen wie
Veilchen, Ingwer, Koriander, Zimt, Rosenwasser und Fruchtsäfte. Es
heißt, daß ein Stafettenläufer, der nur mit geschmolzenem
Wasser aus den Alpen statt dem Gletschereis zurückkam,ein toter Mann
war.
In Europa avancierte das Veilchen um 1800 und schließlich
um 1900, besonders im viktorianischen England, eine Zeitlang zur Modepflanze.
Veilchensträuße dekorierten das Knopfloch jedes Büroangestellten.
So berichtete es jedenfalls eine englische Gartenzeitung Ende des 19. Jhdts.
Zahlreiche Arten und Sorten wurden damals von speziellen Gärtnereien
in großen Mengen gezüchtet und vertrieben. Viele dieser Sorten
sind heute ausgestorben, denn als das Veilchen seine Bedeutung als Modepflanze
verlor, verschwand damit auch die Vielzahl der Sorten, so daß nur
einige wenige bis in die heutige Zeit überlebt haben. Eine
deutsche Züchtung war `Kaiser Wilhelm II´, deren stark duftenden,
dunkelblauen Blüten 5 cm Durchmesser hatten und die während des
ersten Weltkrieges in England noch häufig gepflanzt wurde.
Veilchenliebhaber
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) ließ sich in der Veilchensaison
sein Frühstückstablett mit einer Veilchengirlande schmücken.
Marie Louise von Österreich, Kaiserin
von Frankreich (1791 - 1847) die zweite Frau Napoleons zog sich nach
der Trennung nach Parma zurück. Ihr sind zwei Veilchenhybriden gewidmet
"Marie Louise-Baden" und `Duchess de Parma` sowie die Rose Marie
Louise
Queen Victoria (1819-1901) ließ sich
für ihre Residenz jedes Jahr Tausende von Veilchen ziehen; sie
liebte besonders Gummi
arabicum
Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sissi, (1837-1898)
schwärmte für Veilchen-Sorbet und kandierte Veilchen. Die junge
schöne Gemahlin von Kaiser Franz Joseph aß ihr Veilchen-Sorbet
ausschließlich von Ludwig Dehne, dessen Sohn August 1857 das Geschäft
an seinen ersten Gehilfen Christoph Demel verkaufte; eingelegt in die mit
zarten Blüten verzierte Veilchenschachtel heute noch dort erhältlich
in der K.u.K Hofzuckerbäckerei Demel
(auf: Hochzeiten" klicken).
Mozart vertonte Goethe`s Veilchengedicht...
Giovanni Segantini (1858-1899), der bekannte
Maler, schrieb an seine Frau:
"Wenn einst ein Frühling kommt, wo ich dir keine Veilchen bieten
kann, wo werde ich nicht mehr unter den Lebenden weilen.
Du mußt dann mein Grab mit diesen Blumen schmücken und
solange eines blühen wird, werde ich dir nahe sein und sollst an den
denken, der dir jedes Frühjahr die ersten Veilchen brachten"
(Quelle:
Köhler, Blauveilchen).
Winston Churchill (1874-1965) begründete seine Vorliebe
für Veilchen damit, daß sie seine Bescheidenheit symbolisierten.
Und noch Veilchenliebhaber:
Liebender Edelmann aus dem 18. Jhdt.
Alphonsine
Plessis (1824-1847) ("Violetta Valery")
Letzte Kaiserin von China
Kaiser Napoleon (1769-1821) und Josephine
Goethe (1749-1832)
Hans Christian Hebbel (1813-1863)
Nelson
Coon -Veilchen-Enthusiast des 20.Jhdts.
Veilchen-Buchautoren gewidmete Hybriden:
Elsie
Coombs | Pamela
Zambra
Weitere Gartenpersönlichkeiten
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